Die Vorbereitungen

Lukas Dymski

24.04.2020

Die Pläne werden weiter geschmiedet. Gerade bringen wir unsere Webseite online und gleichzeitig planen wir die Radtour. Da kommt schon ein bisschen Arbeit zusammen. Aber Vorfreude ist nun mal die schönste Freude. Und genau die sorgt gerade für mächtig Motivation. Ich finde es unfassbar schade, dass die Internationalen Hansetage in Brilon abgesagt wurden. Auch wenn die Entscheidung aus gesundheitlicher Sicht natürlich absolut richtig und nachvollziehbar ist. 

Umso mehr freue ich mich, dass wir wenigstens schon wieder in der Lage sind, mit ein paar Leuten eine Radtour zu machen. Denn die Ausgangsbeschränkungen hätten sicher auch schlimmer ausfallen können. 

Ich spreche gerade also viel mit den Stadtmarketing Agenturen um schon jetzt so viel wie möglich in trockenen Tüchern zu haben. Bei diesen Gesprächen kam auch die Idee dieses Blogs auf. 

Wir müssen gerade unter anderem klären, wo wir schlafen, wo wir genau lang fahren, und ob wir auf dieses Thema ein wenig mediale Aufmerksamkeit richten wollen.  Ich bin gespannt, ob wir mit unserer Radtour ein paar Leute erreichen können. Womöglich schaffen wir es auch mal wieder, das Thema Hanse ein wenig in den Fokus zu rücken. 

Um Verpflegung wollte sich im Übrigen Xenia kümmern. Sie hat sich schon Gedanken gemacht, was Sie denn trinken soll…sie würde schließlich kein Bier mögen. Ihre einzige Option um den Spaß mit uns Jungs auszuhalten, sagte Sie, seien Klopfer. Wir werden also wohl mit Getränkeanhänger fahren müssen.

Tag 1

Rachid Hamdaoui, Alex Winkelmann

11.09.2020

Zunächst hieß es nur für Janik, Alex und Rachid  am Freitag Abfahrt. Und zwar um 8:45 Uhr. Eine Zeit, die bekanntlich für Jugendliche undenkbar ist, aber vor dem Hintergrund des geplanten Projektes und den hochkarätigen Personen, die es ebenfalls zum offiziellen Startschuss um diese Uhrzeit ans Hafenbecken I geschafft haben, dennoch möglich war. Bürgermeister Reiner Breuer, die Hansebeauftrage der Stadt Neuss Angelika Quiring-Perl, Schatzmeister der Hansegesellschaft-Neuss e.V. Carsten Proebster, Geschäftsführer von Neuss Marketing Jürgen Sturm und zwei unabhängige Zeitungsreporter wollten es sich nicht nehmen lassen, uns für unsere Reise alles Gute zu wünschen. Ausgestattet mit Proviant, Hanse-Flaggen, neuen Klingeln und einem großen Pack Motivation, hieß es dann aber zunächst: Abklappern der POI´s (points of interest: Historische Sehenswürdigkeiten, die den hanseatischen Bezug zur Stadt aufzeigen). Es ging entlang des Obertores, des Rathauses, des „em Schwatte Päd“ über das Hafenbecken hin zum Stadtwald. Von da an konnten die wunderbaren Landschaften des Rheins beginnend in Meerbusch betrachtete werden. Das sonnige Wetter und der angenehme, also nicht vorhandene, Gegenwind ließen die erste Hälfte der Strecke über Meerbusch, Krefeld und Uerdingen wie im Nu verstreichen. Übrigens: September ist Kürbiszeit. An vielen Ständen konnte man auf Vertrauensbasis Kürbisse einheimsen. Unser Curcurbita-Experte Alex konnte es sich nicht nehmen lassen, einige davon mitzunehmen. Die schöne ländliche Umgebung sollte dann ihr Ende finden, als wir in Duisburg ankamen. Dort, im früheren Beamten- und heutigen Villenviertel haben wir dann Zuwachs von Lukas bekommen – wo auch sonst wäre ein besserer Ort für ihn gewesen, um mit auf’s Fahrrad zu steigen. Weniger naturbelassen, dafür mindestens genau so beeindruckend war die Schwerindustrie, dessen Bedeutung für den Ruhrpott uns durch die teils auf der Hanseroute gelegene Route der Industriekultur erst so richtig ersichtlich wurde. Nach rund 50km haben wir uns dann die erste längere Pause genehmigt; im Walsumer Hof, ein Biergarten mit eigener Brauerei, haben wir die erste Strecke bei kühlem Bier und leckerem Essen Revue passieren lassen.  Fazit: Nicht nur unser Bier, sondern auch die Strecke war bis jetzt einfach cool!

Gut gestärkt ging es dann weiter auf unserer letzten Etappe des Tages. Nun hieß es raus aus den durch Industrie geprägten Landschaften des Ruhrgebietes und rauf auf die schönen Deiche des Niederrheines. So langsam konnten wir die bereits zurückgelegten 60km in unseren Beinen und vor allem im Gesäß spüren. Der altvertraute Anblick des Kohlekraftwerkes in Götterswickerhamm sorgte dann noch einmal für einen weiteren Motivationsschub: Unser Tagesziel liegt nicht mehr weit von uns entfernt. Ein weiteres Highlight des Tages durchradelten wir kurz vor Ende des Tages: Die neu angelegten Lippeauen in Wesel. Viel Zeit um die dortige Artenvielfalt zu genießen hatten wir leider nicht, denn am Großen Markt wurde schon auf uns gewartet. Deshalb hieß es schnell im Hotel einchecken, Gepäck ablegen und weiter zum Marktplatz, wo wir herzlichst durch die Weseler Bürgermeisterin Frau Westkamp und die Hanse-Gilde Wesel in Empfang genommen wurden.

So langsam meldeten sich unsere hungrigen Bäuche wieder, weshalb es kurz darauf weiter zum Berliner Tor und dem dort stattfindendem Abendessen im Rahmen der Veranstaltung „KulturGenussKultur“ ging. So genossen wir unser wohlverdientes und langersehntes Abendessen bei guter Musik und schöner Atmosphäre. Um den Tag abzurunden ging es dann anschließend noch zum Kornmarkt. Ende offen.

Tag 2

Lukas Dymski

12.09.2020

Heute Morgen hängt uns noch etwas der gestrige Tag in den Knochen. Die 80 km sind dann doch nicht ganz spurlos an uns vorüber gegangen.

Unser Ziel heute: die Hansestadt Kalkar. Bevor wir mit der eigentlichen Hanseroute starten, möchten wir gerne noch an der Personenfähre über die Lippe vorbeifahren. Gennant Quertreiber. Hier muss man sich mit Muskelkraft über den Fluss ziehen.

Danach fahren wir den Wesel-Datteln Kanal entlang bis zum Rhein. Schließlich kommen wir an der Niederrheinbrücke in Wesel an und überqueren hier den Rhein auf die linke Rheinseite.

Hier fahren wir bis Xanten. Dort wechseln wir mit der Fähre Kehr Tröch wieder auf die andere Rheinseite. Dort liegt der kleine Ort Bislich. Ganz entschieden gibt es hier mehr Kühe als Einwohner. Und Vorgärten so groß wie Felder.

Hinter Bislich fahren wir wieder auf den Deich. Genau diesem folgen wir die nächsten 20 Km. Dann müssen wir das letzte Mal den Rhein überqueren, um wieder auf die linke Rheinseite zu kommen.

 

Tag 3

Xenia Fritzler, Janik Houben

13.09.2020

Nach einer erholsamen Hotel-Nacht im Zentrum von Kalkar starteten wir den Tag mit einem stärkenden Landfrühstück in der lokalen Bäckerei. Unser erster Anlaufpunkt auf der Hanse-Route war der Taubenturm, der einzige verbliebene Turm der ehemaligen Kalkarer Stadtmauer. Die weitere Route führte uns um den ruhigen Wisseler See herum in Richtung Grieth. An der kleinen aber einladenden Promenade legten wir eine kurze Pause ein, um den in die Promenade eingelassenen Schiffsbug und das Hanselädchen zu besichtigen. Bevor wir den Rhein ein letztes Mal auf unserer Route überquerten, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter dem Steinboot. Dieses Griether Wahrzeichen liegt unterhalb der Hochwasserbefestigung des Ortes in den Rheinwiesen und kann bei hohem Wasserstand beobachtet werden, wie es förmlich in der Strömung des Rheins schwimmen. Weiter ging es über den neuen Deich von Bienen bis Praest, durch das kleine Wohnörtchen Dornick und entlang am Segelflugplatz bis wir schlussendlich auf der Zielgeraden waren: am Emmericher Rheinpark vorbei und über die ikonischen Stadtpromenade wurden wir an der Tourist Information von Bürgermeister Peter Hinze, Dr. Manon Loock-Braun und weiteren Hanse-Begeisterten begrüßt. Das Wochenende durften wir bei einem entspannten Mittagessen auf Einladung des Bürgermeisters abschließen und dabei von unseren Erfahrungen des Wochenendes berichten. Danach hieß es leider schon wieder Abschied nehmen, als wir uns auf den Heimweg machten, um nach 160 Kilometern Radfahren unsere Beine auszukurieren.